Fast 100 Gläubige kamen zum ökumenischen Weltgebetstag der Frauen in die neuapostolische Kirche VS-Schwenningen.
Schon 2017 wurde bestimmt, dass Christinnen aus Palästina für den Gebetstag 2024 Texte erstellen und Lieder auswählen. Nicht einmal 1 Prozent der Bevölkerung in Gaza und etwa 2 Prozent im Westjordanland hängen dem christlichen Glauben an. Sie haben sich dazu von 2020 bis 2022 Gedanken über das Thema „Ich bitte euch … ertragt einander in Liebe“ gemacht. Nach den Ereignissen seit Oktober 2023 bekam dieses Thema eine ganz andere Brisanz, ebenso das Motto „Palästina … durch das Band des Friedens“.
Mit Gründung des Staates Israel kam es 1948 zur ersten großen Vertreibung der Palästinenser und 1967 nach dem Sechstagekrieg zur zweiten. Die vertriebenen Menschen aus Palästina tragen oft heute noch als Hoffnung auf die Rückkehr einen Schlüssel um den Hals. Das Organisationkomitee stellte drei Einzelschicksale vor. Die Zuhörerinnen waren beeindruckt, wie bei den vorgestellten Schicksalen nicht der Wunsch nach Rache, sondern nach Frieden im Vordergrund stand. Zwischen diesen Vorträgen hat die Gemeinde gemeinsam gesungen und gebetet. Bilder von der alten Grenze zur DDR kamen in den Sinn, als der Grenzzaun und die Mauer gezeigt wurden, die Israel zum Gazastreifen hin abgrenzen. Acht Frauen knüpften ein Band des Friedens, dabei stand jedes Segment für eine andere Situation: vom unverbindlich durchsichtigen Band des Scheinfriedens zum grünen Band der gemeinsamen Projekte, über das kunstvolle Band mit vielen Fäden, das friedliche Regenbogenband, verbunden mit dem roten Band der Liebe, gefährdet durch ein brüchiges Band bis hin zum goldenen Band des idealen Friedens. Nach dem Gottesdienst gab´s Spezialitäten aus Palästina.