Einen besonderen Gottesdienst mit Heiliger Wassertaufe feierten am Sonntag, 3. August 2025 die Gläubigen der Gemeinde Sulz zusammen mit Freunden und Angehörigen der Tauffamilie.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus 2. Mose 20,17 zugrunde: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“
Zu Beginn seiner Predigt ging Evangelist Schumann auf das eingangs vom Chor vorgetragene Lied (CM 307) ein, in welchem zum Ausdruck kommt „guten Menschen anvertraut“ zu sein. Auch der Täufling ist guten Menschen anvertraut, nämlich seinen Eltern, die sich nicht nur um das irdische Wohl kümmern, sondern auch um das geistige Wohl, indem sie ihn an den Altar zur Taufe führen.
Bezugnehmend auf das Bibelwort erläuterte er, dass sich das neunte und zehnte Gebot auf das menschliche Miteinander beziehen. Etwas zu begehren, also nach etwas zu streben, ist zunächst einmal nichts Schlechtes, zum Beispiel das Streben nach Erfolg, aber es gibt Grenzen. Diese Grenzen definierte Jesus im Doppelgebot der Liebe (vgl. Matthäus 22). Wer sich an dieses Doppelgebot hält, erfüllt automatisch auch die anderen Gebote. Der Heilige Geist hilft den Gläubigen dabei, sich dem Guten zuzuwenden und Neid und Gier hinter sich zu lassen; er mahnt zur Umkehr und leitet die Gläubigen an, im Gebet vor Gott zu kommen. Evangelist Schumann gab den Rat, die Begehrlichkeiten zu ersetzen durch das Sehnen nach der Gemeinschaft mit Gott und dem Nächsten. Die Eltern des Täuflings haben die Aufgabe, die göttlichen Gebote, insbesondere das Doppelgebot der Liebe, auch in ihr Kind hineinzupflegen.
Priester Breuninger erläuterte in seinem Predigtbeitrag, dass alle Menschen sündhaft sind und Neid und Gier in sich tragen. Die Frage, die sich für die Gläubigen stellt, ist: Wie gehe ich mit meinen sündhaften Gedanken um? Es ist wichtig, diese immer wieder mit dem eigenen Wertesystem abzugleichen, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten und dankbar zu sein für das, was Gott bisher schon getan hat, heute tut und in Zukunft tun wird. Den Eltern gab er mit, den Wert der Taufe zu erfassen, mit welcher der Weg eingeschlagen wird für ein Leben mit Jesus Christus. Ebenso wie die Eltern im Natürlichen fürsorglich mit ihrem Sohn umgehen, ist auch im Geistigen Fürsorge und Liebe nötig – die Gemeinde kann sie dabei unterstützen.
Bei der Ansprache am Altar erläuterte Evangelist Schumann, dass es Gott ist, der den Eltern das Kind geschenkt hat und dass es Gott ist, der sagt: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein“ (vgl. Jesaja 43,1). Die Taufe ist – auch wenn äußerlich nicht viel passiert – der erste wichtige Schritt der Erneuerung des inwendigen Menschen; ein erstes Näheverhältnis zu Gott wird hergestellt.
Der Gottesdienst wurde musikalisch vom gemischten Chor, dem Kinderchor, einem solistisch vorgetragenen Gesangsstück und Instrumentalstücken für Violine, Cello, Flöte und Klavier umrahmt. Ein anschließender Umtrunk in den Nebenräumen der Kirche rundete den feierlichen Morgen ab.