Unmittelbar gegenüber der neuapostolischen Kirche liegt der Friedhof der Gemeinde Vöhringen. Am Sonntag, 06. Juli 2025 hatte die Kirchengemeinde dort zu einem Gottesdienst zum Gedenken an Verstorbene in der offenen Aussegnungshalle eingeladen.
Beim Ankommen gingen die Gottesdienstbesucher durch die Grabreihen, um hier und da eine der bereitgestellten Blumen abzulegen, ein Liebesgruß in die Ewigkeit, ein Zeichen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind. Vorträge von Chor, Orchester und Kinderchor luden dazu ein, Gottes Nähe zu erleben.
Die eindrückliche Stimmung dieses Ortes war zu spüren: ein Ort des Abschieds, der Trauer, des Weinens, des Stillewerdens, der Erinnerung, ein Ort, an dem viele Verbindung suchen mit ihren Lieben, ein Ort der Endlichkeit, der anregt, über Lebensfragen nachzudenken. Für Christen sei es aber auch ein Ort der Hoffnung auf ein Wiedersehen, auf ein Leben nach dem Tod, führte Gemeindevorsteher Priester Daniel Rieder in seiner Predigt aus.
Auf Grundlage des Bibelworts aus Römer 3, 22b-23: „Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen“ erläuterte der Gemeindevorsteher, dass Gott den Menschen als sein vollkommenes Ebenbild geschaffen hat, dieses Einssein aber durch den Sündenfall verloren ging. Der Glaube an Jesus und seine Gnade könne es allerdings wieder möglich machen, in Einklang mit Gott zu kommen, denn Jesus schafft Heil durch die Sakramente, auch für die Seelen der Verstorbenen. Die Kirche Christi bietet mit Wort, Gnade und Sakramenten alles an, was für einen „Eintritt“ in die ewige Gemeinschaft mit Gott notwendig ist. Das Wesen Jesu anzunehmen und aktiv an sich selbst weiterzuentwickeln sei die Voraussetzung für die Gemeinschaft mit Gott. „Nimm an, was Gott dir gibt und arbeite damit. Glaube an die Auferstehung und habe Hoffnung und Vertrauen in die Liebe Gottes, in dessen Augen jede Seele geliebt, gewollt und gleichwertig ist“, gab Priester Rieder den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg.