Apostel Martin Schnaufer predigte in der nachösterlichen Zeit in Villigen-Schwenningen, die Gemeinde Rottweil war dazu auch eingeladen.
Als Lazarus gestörben war, begab sich Jesus nicht gleich zu den trauernden Schwestern nach Bethanien. Er wartete noch zwei Tage. Dies tat er aber nicht aus Angst, weil es in dieser Gegend für ihn gefährlich werden könnte - die Obrigkeit war ihm gegenüber nicht gut gesonnen. Der oft als ungläubig gescholtene Thomas war in diesem Zusammenhang der einzige, der ganz mutig sagte, Jesus nach Bethanien begleiten zuwollen und notfalls sogar mit ihm zu sterben. Jesus ließ sich Zeit, schließlich hatte er die Gewissheit, dass er Lazarus auf jeden Fall auferwecken kann, deshalb hatte er keine Eile.
Nach Ostern geschah die Situation, die Thomas den Beinamen "der Ungläubige" verlieh. Aber kommt es nicht oft auch bei uns vor, dass wir Beweise haben möchten? Jesus wies Thomas darauf hin, dass der seelig ist, der glaubt und nicht sieht, also keine Beweise hat. Dies sagte Jesus auch im Hinblick auf die bevorstehende Himmelfahrt. Denn wenn Jesus dann nicht mehr das sein werde, bekämen alle die, die Beweise haben wollten ein großes Problem. Deshalb ist der Glaube so wichtig.
Nicht nur Thomas war nicht perfekt. Auch Elia wurde schwach. Hatte er zuvor noch das große Wunder erlebt, als Gott vor den Baalspriestern das mit Wasser übergossene Opfer von Elia anzündete, floh er in die Wüste und war mutlos als die Königin Isebel ihn verfolgen wollte. Auch Petrus, der voller Verteidigungsbereitschaft einem Kriegsknecht noch ein Ohr abgehauen hatte - verlor sämtlichen Bekennermut, bevor der Hahn dreimal krähte. Wenn wir mal mutlos werden - wir sind also in bester Gesellschaft mit angesehenen Gottesknechten.
In diesem Gottesdienst erhielten zwei Erwachsene die Gabe Heiligen Geistes. Ein Priester kam altersbedingt nach 40 Jahren Amtsträgertätigkeit in den Ruhestand.