Am Freitag, 27. März 2026, fand in der Neuapostolischen Kirche Dornhan ein besonderer Jugendabend für den Bezirk Dornhan/Villingen-Schwenningen statt. Zahlreiche Jugendliche kamen zusammen, um sich bewusst mit der Passionszeit auseinanderzusetzen und die Ereignisse rund um das Leiden und Sterben Jesu Christi auf persönliche Weise zu erleben. Zu Gast war auch Bischof Jochen Hübner sowie Bezirksvorsteher Jörg Grözinger.
Einleitende Gedanken von Bischof Hübner
Zu Beginn des Abends gab Bischof Jochen Hübner den Jugendlichen drei zentrale Gedanken mit: Er machte deutlich, dass nach dem Tod Jesu zunächst große Trauer herrschte. Diese blieb jedoch nicht bestehen, sondern wandelte sich spätestens mit Pfingsten in eine freudige Botschaft, die von den Aposteln in die Welt getragen wurde. Zudem hob er hervor, dass die Kreuzigung Jesu etwas Außergewöhnliches war. Selbst die Römer vollzogen solche Strafen nicht an ihren eigenen Leuten – und dennoch wurde Jesus nach seinem Tod angebetet. Als dritten Gedanken betonte er, dass sich der christliche Glaube damals nicht durch Macht oder Kriege verbreitete, sondern allein durch das Weitererzählen – durch Menschen, die von Herzen überzeugt waren. Diese Impulse führen zu der Erkenntnis, dass Jesus Christus das Leid der Menschen kennt, dass er sich bewusst dem Willen Gottes untergeordnet hat und sein Opfer ein Ausdruck der tiefen Liebe Gottes zu jedem Einzelnen ist.
Die Stationen des Abends
Raum 1 – Das Abendmahl
Im ersten Raum stand die Gemeinschaft beim letzten Abendmahl im Mittelpunkt. Jeder Teilnehmer erhielt eine Karte mit drei Fakten zu einem Jünger. In Form eines Ratespiels sollten die jeweiligen Jünger erkannt werden – darunter beispielsweise Bartholomäus, Matthäus, Johannes, Andreas und Jakobus. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Jüngergemeinschaft war. Gleichzeitig entstand ein Bezug zur heutigen Zeit: Auch heute besteht Gemeinschaft aus ganz unterschiedlichen Menschen, die durch den Glauben verbunden sind.
Raum 2 – Der Garten Gethsemane
Im zweiten Raum wurde eine Bibelstelle zum Geschehen im Garten Gethsemane vorgelesen. Anschließend wurde eine Situation nachgestellt: Eine Person wurde „geblendet“ und konnte die Gruppe nicht mehr sehen. Diese Erfahrung machte die Einsamkeit Jesu greifbar. Während seine Jünger schliefen, war er mit seiner Angst und Not allein. Die betroffene Person schilderte Gefühle wie Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und das Bedürfnis nach Unterstützung. Dabei wurde deutlich, wie schwierig es ist, mehrfach um Hilfe zu bitten und keine direkte Reaktion zu erhalten. Gleichzeitig wurde ein wichtiger Gedanke vermittelt: Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würde Gott „schlafen“, ist er dennoch da. Hilfe und Rat kommen – zur richtigen Zeit. Unabhängig von allem, was man erlebt, kann man darauf vertrauen, dass man am Ende in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben kann.
Raum 3 – Judas und die Liebe Jesu
Im dritten Raum stand vor allem das Gespräch mit Bischof Hübner im Vordergrund. Gemeinsam wurde unter anderem ein eindrückliches Bild, welches zwei Darstellungen von Judas zeigte, betrachtet und erläutert. Auf der einen Seite wurde sein tragisches Ende dargestellt, auf der anderen war zu sehen, wie er von Jesus getragen wird. Diese Gegenüberstellung machte deutlich, dass selbst Versagen und Schuld die Liebe Jesu nicht aufheben. Die Jugendlichen wurden eingeladen, diesen Gedanken auf sich selbst zu übertragen: Auch wir handeln manchmal falsch – und werden dennoch geliebt. Daraus ergibt sich auch der Auftrag, das Heilige Abendmahl bewusst zu feiern und wertzuschätzen.
Raum 4 – Die Kreuzigung
Der vierte Raum beschäftigte sich mit der Kreuzigung Jesu. Die Jugendlichen wurden dazu aufgefordert, über Situationen nachzudenken, in denen sie sich innerlich belastet fühlen – auch wenn sie vielleicht nach außen hin stark wirken. Gedanken und Sorgen konnten auf einen Zettel geschrieben und an ein großes Kreuz genagelt werden. Dabei wurden unter anderem genannt: Sorgen im Beruf oder Alltag, das Gefühl, von anderen verurteilt zu werden, schwierige Entscheidungen, verletzende Worte oder Dinge, die man bereut. Diese symbolische Handlung machte deutlich, dass all diese Lasten bei Jesus abgelegt werden dürfen.
Raum 5 – Das Grab Jesu
Der fünfte Raum führte in eine eindrückliche Darstellung des Grabes Jesu im Heizungskeller. Die Atmosphäre war bewusst ruhig, beengend und nachdenklich gestaltet. In der Mitte wurde der in Leinentücher gehüllte Leichnam Jesu dargestellt. Begleitende Texte unterstrichen die Stille und scheinbare Endgültigkeit dieses Moments. Gleichzeitig wurde der Blick über den Tod hinaus gelenkt: Jesus zeigte sich nach seinem Tod denen, die ihm nachgefolgt waren. Damit wurde deutlich, dass die Geschichte nicht im Tod endet, sondern Hoffnung weiterlebt.
Abschluss und Gemeinschaft
Zum Abschluss des Abends kamen alle Teilnehmenden noch einmal zusammen. Jeder durfte eine Kerze nehmen und zunächst allein zum Altar gehen – ein ruhiger Moment der persönlichen Besinnung. Im weiteren Verlauf wurde aus diesem individuellen Innehalten wieder Gemeinschaft, als sich schließlich alle gemeinsam am Altar versammelten. Der Abend fand seinen Abschluss im Lied „Laudato si“.
Im Anschluss klang der Jugendabend in lockerer Atmosphäre aus. Beim gemeinsamen Beisammensein mit Gesprächen und Tischtennis hatten die Jugendlichen Gelegenheit, ihre Eindrücke zu vertiefen und die Gemeinschaft weiter zu erleben.
Ein zentraler Gedanke für alle zum Mitnehmen: Wie bei Jesus ist auch unsere eigene Geschichte nicht zu Ende, wenn wir schwierige Zeiten durchleben. Auch in Momenten, in denen es uns nicht gut geht, bleibt Gott an unserer Seite – und am Ende steht die Hoffnung.