Am Sonntag, 12. April 2026, fand der Konfirmationsgottesdienst des Kirchenbezirks Dornhan/Villingen-Schwenningen in der Kirche in Dornhan statt. In einer feierlichen und zugleich sehr persönlichen Atmosphäre erlebten zwei Konfirmandinnen und ein Konfirmand aus den Gemeinden Dornhan und Vöhringen einen Gottesdienst, der die Entscheidung zum Glauben, die Begleitung durch Jesus Christus und die Verantwortung als Christ im Alltag in den Fokus stellte.
Das zu Beginn des Gottesdienstes von Chor und Klavier vorgetragene Lied „Stern, auf den ich schaue“ diente als musikalische Vorbereitung auf die Predigt und unterstrich die persönliche Beziehung zu Jesus Christus, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Gottesdienst zog.
Daniel Rieder, Vorsteher der Gemeinde Vöhringen, legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Matthäus 10,32 zugrunde: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.“ Er machte deutlich, dass der Glaube für viele Menschen zunächst abstrakt beginnt – oft geprägt von kindlichen Vorstellungen. Mit der Zeit jedoch wird erfahrbar, dass Gott den Menschen in Jesus Christus persönlich begegnet, sie begleitet und anspricht.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Frage Jesu, die an die Konfirmanden, aber auch an die gesamte Gemeinde gerichtet wurde: „Willst du mein Jünger sein?“ Diese Frage ist nicht als formale Entscheidung zu verstehen, sondern als persönliche Einladung. Daniel Rieder betonte, dass das „Ja“ zum Glauben nicht aus Gewohnheit oder äußeren Erwartungen entstehen soll, sondern aus der eigenen Überzeugung – aus der Erfahrung heraus, dass Jesus jeden Menschen liebt und für ihn sorgt.
Auch persönliche Aspekte fanden ihren Platz im Gottesdienst. So wurde der Dank an Eltern und Lehrkräfte hervorgehoben, die die Jugendlichen auf ihrem bisherigen Weg begleitet haben. Diese Momente verliehen dem Gottesdienst eine besonders lebensnahe und authentische Note.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Inhalten des Konfirmandenunterrichts. Anhand ausgewählter Gebote zeigte Daniel Rieder auf, wie der Glaube im Alltag konkret gelebt werden kann. Das dritte Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen" wurde als Einladung verstanden, sich bewusst Zeit für Gott zu nehmen – als Ruhetag für die Seele. Auch das siebte Gebot „Du sollst nicht stehlen“ wurde in die heutige Lebensrealität übertragen, etwa im Umgang mit Selbstbedienungskassen, Steuererklärungen oder im respektvollen Umgang miteinander, besonders auch in sozialen Medien. Ebenso wurde die Bedeutung von Ehrlichkeit hervorgehoben: Die Wahrheit sagen, zu den eigenen Fehlern zu stehen und sich nicht verstellen, sondern so zu bleiben, wie Gott einen geschaffen hat.
Die Konfirmanden wurden dazu ermutigt, ihren Glauben aktiv zu leben und zu versuchen, zu ihren Überzeugungen zu stehen, auch wenn dies im Alltag nicht immer leicht ist. Die Frage „Was hast du mit Jesus erlebt?“ wurde dabei als Impuls mitgegeben, den eigenen Glauben bewusst wahrzunehmen und weiterzugeben.
Im Blick auf die Zukunft thematisierte ein junger Diakon und Jugendbetreuer in seinem Predigtbeitrag den Übergang der Konfirmanden in die Jugend. Stellvertretend für alle Jugendlichen hieß er die Konfirmanden sehr herzlich willkommen und beschrieb die Jugendgruppe als einen wichtigen Ort der Gemeinschaft. Mit ermutigenden Worten gab er ihnen ein starkes Versprechen mit auf den Weg: Die gesamte Jugendgruppe steht fest zu ihnen. Gerade in einer Zeit, in der Herausforderungen wie Ausgrenzung oder negative Einflüsse durch soziale Medien den Alltag prägen, können sie sich sicher sein, im Jugendkreis verlässlichen Halt, Orientierung und Kraft zu finden.
Besonders berührend war die Hinführung zur Sündenvergebung und zum Heiligen Abendmahl. Anhand der Begebenheit mit Apostel Petrus wurde verdeutlicht, wie Jesus mit menschlichem Versagen umgeht. Obwohl Petrus ihn verleugnet hatte, stellte Jesus ihn nicht bloß und machte ihm keine Vorwürfe. Stattdessen begegnete er ihm in Liebe und stellte ihm die entscheidende Frage, ob er ihn lieb habe. Damit schenkte er ihm sein Vertrauen und eröffnete ihm einen Neuanfang. Dies macht deutlich, dass auch heute niemand vor Jesus perfekt sein muss. Vielmehr geht es darum, sich ihm ehrlich zuzuwenden und seine Vergebung anzunehmen.
Nach der Sündenvergebung fand die eigentliche Konfirmationshandlung statt. Das vom Jugendchor vorgetragene Lied „Nimm Jesus in dein Lebensschiff“ bildete hierzu den musikalischen Auftakt. Priester Daniel Rieder nahm in seiner Ansprache Bezug auf den Altarschmuck. Besonders das sogenannte "Spiegelkreuz" stand dabei im Mittelpunkt: Es lädt dazu ein, sich selbst im Kreuz zu sehen und sich bewusst zu machen, dass jeder Einzelne persönlich angesprochen ist und seinen Platz im Glauben hat. Auch die Kerzen wurden als Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes und die Gegenwart Gottes im Leben der Gläubigen verstanden. Die Konfirmanden sprachen anschließend ihr Konfirmationsgelübde und empfingen den Segen zu ihrer Konfirmation.
Der Gottesdienst machte deutlich: Die Konfirmation ist nicht nur ein feierlicher Höhepunkt, sondern der Beginn eines bewussten Glaubensweges. Die Botschaft des Tages ermutigte die Konfirmanden, ihren Weg mit Jesus zu gehen – getragen von seiner Liebe, gestärkt durch die Gemeinschaft und im Vertrauen darauf, dass er sie begleitet.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Anwesenden im Namen der Konfirmanden und ihrer Eltern zu einem gemeinsamen Umtrunk im Foyer der Kirche eingeladen. In einer offenen und herzlichen Atmosphäre bot sich die Gelegenheit zu Gesprächen, Begegnungen und einem schönen Ausklang des festlichen Vormittags.