Am Sonntag, 26. April 2026 fand in der Gemeinde Dornhan ein besonderer Gottesdienst statt. Bischof Jochen Hübner besuchte die Gemeinde erstmals und diente den Geschwistern aus Dornhan sowie Alpirsbach, Fluorn, Lindenhof, Oberndorf und Rötenberg. Der Gottesdienst wurde durch Chor, Orchester, Klavier und Orgel mitgestaltet.
Als Bibelwort diente Matthäus 15,8: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“ Im Zentrum stand die Frage, ob der Glaube nur ein Lippenbekenntnis ist oder aus dem Herzen kommt.
Mit dem Lied „Gib mir die Augen“ wurde dazu eingeladen, den Blick auf Jesus Christus zu richten und eigene Erwartungen zurückzustellen. Bischof Hübner zeigte am Beispiel der Emmausjünger auf, wie Enttäuschung den Blick verstellen kann, sodass Jesus nicht erkannt wird, obwohl er nahe ist. Diese Erfahrung ist auch heute nicht fremd, doch die Gewissheit bleibt: Jesus ist da!
Der Blick auf Palmsonntag und die Tage danach zeigt, wie schnell sich Begeisterung verändern kann. Der Jubel war groß, doch am Kreuz standen nur noch wenige. Ein Bekenntnis in guten Zeiten fällt leichter als im Alltag oder in schweren Momenten. Entscheidend ist nicht die Stärke des eigenen Bekenntnisses, sondern die Treue Jesu, der sich immer zu uns bekennt.
Hervorgehoben wurden die Nächstenliebe und die Erkenntnis, dass vor Gott nicht Leistung zählt, sondern die Beziehung zu ihm. Glaube ist keine Tradition, sondern eine Herzensangelegenheit. Der Bischof sprach auch die gegenwärtige Entwicklung der Kirche an: Die Schließung von Gemeinden und Veränderungen können verunsichern. Doch die Stärke liegt nicht in äußeren Strukturen, sondern in der inneren Verbindung zu Gott. Die Grundlage bilden die Glaubensartikel, die Halt geben und Orientierung schenken.
In der Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl wurde zur gelebten Nächstenliebe aufgerufen. Gemeinschaft hilft, neu zu erkennen: Jesus ist gegenwärtig.
Der Gottesdienst machte deutlich, dass Glaube eine persönliche Entscheidung ist – getragen von dem Wunsch, Jesus zu begegnen und ihm im Leben Raum zu geben.