Es war den Seniorinnen und Senioren der Gemeinde Oberndorf ein Anliegen, auch etwas zum Jubiläumjahr des hundertjährigen Bestehens der Gemeinde Oberndorf beizutragen. So kam der Gedanke auf, am Sonntagmorgen vor dem Gottesdienst für Entschlafene eine Andacht auf dem nahegelegenen Talfriedhof durchzuführen. Ev. Haas i.R. , ein früherer Gemeindeleiter, übernahm diese Aufgabe. Nach einem Gebet stellte er den Friedhof als Ort der Erinnerung an die Verstorbenen, aber auch als einen Ort der Begegnung für viele Trauernde dar.
In den vielen Jahrhunderten des Bestehens des Friedhofes haben viele Menschen hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Er berichtete, dass die Denkmalschutzbehörde vor Jahren die Kirchengemeinde informierte, dass an der Stelle, wo heute unsere Kirche steht, merowingische Reihengräber gefunden wurden. Also schon vor rund 1500 Jahren sind hier schon Christen beerdigt worden. Er machte auch auf die Gedenktafeln für Gefallene im 2. Weltkrieg und auf das Ehrenmal für Zwangsarbeiter aufmerksam, die in Oberndorf teils unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten und dabei zu Tode kamen.
Man spürte unter den Ausführungen des Evangelisten die Dimensionen der jenseitigen Welt, aber auch die Aufgabe, diese Seelen nicht zu vergessen. Das Heil Gottes gilt nicht nur den Lebenden, sondern auch den Verstorbenen. In diesem Wissen sehen wir unsere Aufgabe und beten für diese Seelen im Vertrauen auf Gottes Gnade.
Im anschließenden Gottesdienst war der Gemeindechor um einige Sängerinnen und Sänger gewachsen. Viele Seniorinnen und Senioren, die schon viele Jahre nicht mehr Mitglieder des Gemeindechores sind, reihten sich in den Chor ein. Gemeinsam konnte der Gottesdienst mit entsprechenden Liedern umrahmt werden. Man hörte und empfand, dass es Freude ausgelöst hat.