Bezirksapostel Martin Rheinberger besuchte am Mittwoch, 9. September 2026 die Gemeinde Dornhan. Zum Gottesdienst waren auch die Gemeinden Alpirsbach, Fluorn, Lindenhof, Oberndorf, Rötenberg, Schramberg und Wolfach eingeladen. Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus 5. Mose 4,24 zugrunde: „Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifernder Gott.“
Zu Beginn des Gottesdienstes sorgten Chor und Orchester mit dem Lied „Wir möchten Jesum sehen“ für einen feierlichen Auftakt. Die letzten Worte des Liedes „Wir wissen’s fest“ griff Bezirksapostel Rheinberger auf. Manche Gläubigen warten bereits seit Jahrzehnten auf die Wiederkunft Jesu und dennoch gelte diese Gewissheit unverändert. In diesem Zusammenhang erinnerte er an eine Aussage von Stammapostel Streckeisen, der einmal zum Ausdruck brachte, dass die Wiederkunft Jesu so sicher sei, als wäre sie bereits gewesen. Mit einem Schmunzeln ergänzte der Bezirksapostel: "Wenn dieser Tag schließlich gekommen ist, werden vermutlich alle sagen: Jetzt ist es aber schnell gegangen.“
Der Bezirksapostel erinnerte bezugnehmend auf das Bibelwort zunächst an die Geschichte des Volkes Israel und dessen lange Wanderung durch die Wüste. Nach 40 Jahren stand bereits eine neue Generation vor Mose. Was Gott den Vätern gegeben und aufgetragen hatte, galt nun ebenso für die nächste Generation. Gleichsam gelten auch für die Gläubigen heute die Gebote Gottes. Sie sind jedoch nicht dazu da, die Menschen einzuschränken. Vielmehr helfen sie, mit der von Gott geschenkten Freiheit und dem freien Willen richtig umzugehen.
Bezugnehmend auf die Aussage des ersten Gebots "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" führte der Bezirksapostel aus, dass der Götzendienst nicht erst dort beginnt, wo Menschen andere Götter verehren. Auch die Vorstellung, Gott müsse genau so handeln, wie man es von ihm erwartet, könne zu einem selbst geschaffenen Gottesbild werden: „Wenn Gott mich liebt, dann müsste er doch …“ oder „Ich habe doch so viel für den lieben Gott getan …“. Gott lasse sich jedoch nicht auf menschliche Vorstellungen reduzieren. Ihm zu vertrauen bedeute vielmehr, ihm zuzutrauen, dass er alles richtig macht und sein Werk vollendet. Auch die Gemeinde gehört Gott – nicht einem Vorsteher, nicht einem Apostel und nicht einzelnen Menschen. Jeder sei eingeladen, sich darin einzubringen und Gott zu dienen. Zu bekennen, dass Gott der Herr ist, sei schnell gesagt. Entscheidend werde es dort, wo diesem Bekenntnis auch das Handeln folgt.
Besonders eindrücklich sprach der Bezirksapostel über die eifernde Liebe Gottes. Am Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigte er auf, dass diese Liebe allen gilt. Der Vater liebte den Sohn, der weggegangen war und zurückkehrte genauso wie den Sohn, der immer bei ihm geblieben war, nun aber nicht zum Fest durch die Türe hinein gehen wollte. Es könne Eltern und Angehörige sehr schmerzen, wenn Kinder, Geschwister oder andere nahestehende Menschen den Gottesdienst oder die Gemeinde verlassen. Dennoch gelte Gottes Liebe auch ihnen weiterhin. Gott gibt keinen Menschen einfach auf.
In seinem Predigtbeitrag erinnerte Apostel Martin Schnaufer an Paulus in Athen und den Altar mit der Aufschrift „Dem unbekannten Gott“. Die Bibel zeigt Gott in vielen unterschiedlichen Facetten. Dem zunächst streng klingenden Bild des „verzehrenden Feuers“ aus dem Bibelwort könne eine tröstliche Bedeutung zukommen. Dinge, die die Gläubigen vielleicht schon seit Jahren beschäftigen – Streit, Schuld, Verletzungen oder andere Belastungen – dürfen losgelassen und bildlich gesprochen in dieses Feuer gegeben werden. Auch das Opfer Jesu Christi vermag Sünde und Schuld hinwegzunehmen. Dabei sei es wichtig, nicht einen Teil zurückzubehalten, sondern wirklich loszulassen. Zugleich spricht das Bibelwort von einem „eifernden Gott“. Gott wirbt um den Menschen und schenkt ihm Hoffnung und Liebe. Diese Liebe soll nicht nur den Menschen gelten, mit denen man sich gut versteht. Christliche Liebe zeigt sich gerade darin, sich auch denen zuzuwenden, die einem fremd sind oder mit denen man weniger Gemeinsamkeiten hat.
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Ruhesetzung eines Priesters und eines Diakons. Bezirksapostel Martin Rheinberger würdigte ihren langjährigen Dienst und las die Lebensläufe der beiden Seelsorger mit den wichtigsten Stationen ihres Wirkens vor. Eine solche Aufzählung von Jahreszahlen und Aufgaben könne auf den ersten Blick beinahe wie ein Arbeitszeugnis wirken, sagte er sinngemäß. Doch hinter diesen Daten stehe sehr viel mehr: Begegnungen mit Menschen, Seelsorge und viele Jahre des Dienens. Insbesondere erinnerte er daran, wie beide in der Jugendarbeit viele junge Menschen erreichen und ihnen Gott näherbringen konnten.
Anschließend ordinierte der Bezirksapostel zwei Priester für die Gemeinde Dornhan. Dabei legte er ihnen besonders die Seelsorge ans Herz. Seelsorge bedeute nicht, darauf zu warten, bis jemand von selbst auf einen zukomme. Seelsorge bedeute vielmehr, selbst aktiv zu werden und auf die Menschen zuzugehen. Durch persönliche Begegnungen, Besuche und das Wort Gottes können Menschen aufgerichtet werden und Gott ganz konkret erleben.
So endete ein besonderer Gottesdienst, der die Gemeinde daran erinnerte, Gott zu vertrauen, Belastendes loszulassen, seine Liebe weiterzugeben und füreinander da zu sein.