Für die kleine Gemeinde Oberndorf-Hochmössingen hatte der Gottesdienst mit Apostel Martin Schnaufer am 12. März 2025 ein besonderes Gepräge. Nach über 75 Jahren Eigenständigkeit wurde die Gemeinde mit der weitaus größeren Gemeinde in Dornhan zusammengeführt.
Noch im Sommer 2024 konnte Hochmössingen das 75-jährige Bestehen feiern. Allerdings erforderte die Betreuung der Gemeinde schon seit geraumer Zeit aktive Unterstützung aus anderen Gemeinden des Kirchenbezirkes. Deshalb war die Gemeinde seit April 2024 sonntags dazu eingeladen, an den Gottesdiensten in Dornhan teilzunehmen. Die Wochengottesdienste fanden weiterhin vor Ort statt.
Im Januar 2025 hat sich die Kirchenleitung für den endgültigen Zusammenschluss der Gemeinde mit Dornhan entschieden.
Zu Beginn des Gottesdienstes ging Apostel Martin Schnaufer darauf ein, dass mit dieser Gemeindeschließung ganz bestimmt auch viele Fragen und die unterschiedlichsten Gedanken und Empfindungen verbunden sind. Die Frage, ob denn alle Arbeit der Vergangenheit umsonst gewesen ist, beantwortete er mit einem klaren "Nein". Er richtete die Frage an die Gemeinde: „Wo wären wir den alle, wenn sich in der Vergangenheit nicht auch in Hochmössingen die Gläubigen für das Werk des Herrn eingesetzt hätten?“. Der Apostel erinnerte daran, dass der Herr in all den Jahren der Gemeinde seinen Segen geschenkt und die Seinen zu jeder Zeit versorgt und begleitet hat. Er machte den Gläubigen Mut, auch diese Veränderung im Glauben anzunehmen und forderte dazu auf, sich in der neuen Gemeinde mit betenden Herzen und Händen einzubringen.
Als Grundlage dieses denkwürdigen Gottesdienstes hatte Apostel Martin Schnaufer das Bibelwort aus Psalm 100, Vers 2 gewählt: „Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!"
Dem Herrn zu dienen sei nicht nur Aufgabe ordinierter Amtsträger und Amtsträgerinnen, so Apostel Martin Schnaufer. Jede gläubige Seele sei dazu aufgerufen, sich in den Dienst des Herrn zu stellen. Im Dienen offenbar zu werden beginne damit, die Majestät und Größe Gottes anzuerkennen. Mit Freuden zu kommen, wie es im Bibelwort weiter heißt, forderte er alle Anwesenden auf. Sich die Hilfe des Herrn immer wieder bewusst zu machen, war sein Rat an die Gemeinde.
In diesem letzten Gottesdienst wurde auch Gemeindevorsteher Evangelist Hans-Peter Armbruster um einen Predigtbeitrag gebeten. Darin brachte er die Überzeugung zum Ausdruck, dass die Gemeinde nicht ins Ungewisse gehen werde. Auch in der neuen Gemeinde werde der Herr für die Seinen sorgen.
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Bezirksmännerchor umrahmt, der mit seinen Liedern die Stimmung der Gemeinde in Worte fasste. Besonders das zu Beginn vorgetragene Lied „Harre meine Seele“ traf bestimmt so manchen wunden Punkt und erfüllte die Herzen mit Mut und Zuversicht.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls las Evangelist Armbruster die Gemeindechronik vor.
Im Anschluss an das Schlussgebet sprach Apostel Martin Schnaufer die Worte zur Entwidmung des Kirchengebäudes, das künftig nun nicht mehr Wirkungsstätte Heiligen Geistes sein wird.
Zu guter Letzt richtete sich Frau Sabine Jaud, Ortsvorsteherin von Hochmössingen, mit einigen Worten an die Anwesenden. Sie brachte ihren Dank zum Ausdruck, an diesem Gottesdienst teilhaben zu dürfen. Die neuapostolische Kirche habe auch in Hochmössingen einen Beitrag dazu geleistet, dass Menschen einen Platz der Gemeinschaft und des Glaubens haben durften. Glaube lebe von Gemeinschaft, so die Ortsvorsteherin in ihrem Grußwort. Wenn es nun aufgrund der Entwicklung unumgänglich sei neue Wege zu gehen, so sei sie sicher, dass die Mitglieder aus Hochmössingen in der Gemeinde in Dornhan bestimmt willkommen sein werden.