Den Gottesdienst an Karfreitag, 18. April 2025, feierten die Gläubigen aus den Mühlbachgemeinden gemeinsam in Vöhringen mit Apostel Martin Schnaufer.
Orgelstücke und Orchestervorträge vermittelten schon vor dem Gottesdienst die besondere Stimmung dieses Feiertags. Ein Beitrag des Chores erinnerte daran, dass Jesus für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist, verbunden mit der Bitte um Gnade. Mit Klavier untermalte Bibelzitate beleuchteten Besonderheiten dieser Kreuzigung: die Bitte Jesu, den Kelch von ihm zu nehmen, seine Bereitschaft, den Willen Gottes anzunehmen, die Auswirkung dieses Opfers, das rein macht von allen Sünden, die Aufforderung, untereinander freundlich und herzlich zu sein, zu vergeben, nicht zu richten sowie den Trost, dass Gott gnädig ist.
Apostel Martin Schnaufer diente der Gemeinde auf der Grundlage des Bibelwortes aus Matthäus 27, 39-40: „Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selbst, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz!" Den Kontext dieser Aussage verdeutlichte eine anschließende Bibellesung.
Innerhalb weniger Tage wurde Jesus für viele seiner Mitmenschen vom bejubelten Helden zum verspotteten, scheinbar falschen Propheten, der am Kreuz starb. Der Apostel zeigte auf, dass dies nicht eine Niederlage, sondern die Krone des Wirkens Jesus war, seinen eigenen Willen aus Liebe zu Gott und den Menschen unterzuordnen, sein Leben hinzugeben und so eine Zukunftsperspektive mit Gott zu ermöglichen. Die Haltung Jesu an seinen letzten Tagen und am Kreuz sei Orientierung und Vorbild, so der Apostel. Jesu Botschaft war es, einander mit Liebe zu behandeln, so wie er es bei der Fußwaschung getan hatte und das Einssein mit dem göttlichen Willen anzustreben. Jesus hat am Kreuz vergeben und noch an seine Nächsten gedacht. Wer aus Liebe zu ihm sein Handeln so ausrichtet, dass es dem Wesen Jesu entspricht, könne dadurch Zeuge des Gekreuzigten sein. Jesus vertraue einem jeden, wie er Petrus vertraut hat, nicht weil dieser keine Fehler machte, sondern weil dieser ihn liebte.
Im Rahmen des Gottesdienstes spendete Apostel Schnaufer zwei Kleinkindern die Gabe des Heiligen Geistes. Den Eltern gab er den Rat, den Kindern vorzuleben, wie man Gott selbst in kleinen Dingen erfahren und in das Leben mitnehmen kann. Die hierzu notwendige Kraft schenkt das Heilige Abendmahl, das auch in diesem Gottesdienst als ein ganz besonderes Gedächtnismahl von der großen Gemeinde gefeiert wurde.
Weitere musikalische Beiträge und das Beisammensein beim anschließenden Kirchenkaffee vertieften die Eindrücke des Gottesdienstes.