Am Sonntag, 23. November 2025 fand in Vöhringen ein Jugendgottesdienst statt, den Bezirksevangelist Dieter Winzenried leitete. Grundlage war das Bibelwort aus 1. Mose 3,9: „Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?“
Zu Beginn nahm der Bezirksevangelist Bezug auf den ersten Schöpfungsbericht und erinnerte daran, dass Gott aus dem Nichts alles erschuf. Auch wenn die Menschen zur Zeit der Bibel viele wissenschaftliche Erkenntnisse nicht kannten, zeigen sich heute erstaunliche Übereinstimmungen. So wie Gott damals wirkte, sorgt er auch heute für jeden Einzelnen. Er erfüllt nicht immer alle Wünsche der Gläubigen, aber er tut das Beste für sie.
In Bezug auf den zweiten Schöpfungsbericht schilderte der Bezirksevangelist, wie die Schlange Eva in ein Gespräch verwickelte und Zweifel säte. Nach dem Verstoß gegen Gottes Gebot erkannten Adam und Eva ihre Nacktheit, spürten Angst und Scham und versteckten sich vor Gott. Adam suchte Ausreden und schob die Verantwortung ab. Dennoch versorgte Gott sie weiterhin, auch nachdem sie das Paradies verlassen mussten. Die Frage „Wo bist du?“ richtet sich daher nicht nur an Adam. Sie gilt jedem Menschen und fordert dazu auf, ehrlich zu prüfen: Wo stehe ich? Wie ist mein Verhältnis zu Gott? Unser Gottesbild prägt unser Vertrauen: Sehen wir in Gott den strafenden Richter oder den liebenden Vater? Und gelingt es uns, seinen Willen zu erfüllen?
Der Bezirksevangelist machte deutlich, dass man zwar Pläne machen kann, aber nicht weiß, was die nächsten Minuten bringen. Gott hingegen hat eine größere Perspektive, darin liegt Sicherheit und Trost. Die Frage Gottes soll die Jugendlichen deshalb begleiten: Nicht nur „Was will ich tun?“, sondern „Wie will ich sein?“ Wer sein Sein ausrichtet, findet den Weg zu guten Taten – aus Vertrauen zu Gott.
Priester Jan Glatthaar stellte in seinem Predigtbeitrag das Bild des "Lebensschiffs" in den Mittelpunkt: Jesus soll bewusst am Steuer des Lebens der Jugendlichen stehen. Adam und Eva vertrauten Gott, bis Zweifel aufkamen. Darum sei es wichtig, sich täglich zu fragen: Wo stehe ich? Wo begegne ich Gott? Gott zeigt sich manchmal sichtbar, manchmal unscheinbar, aber er führt immer. Wer heute bei Gott ist, morgen bei Gott bleibt und bei der Wiederkunft Jesu zu ihm gehören darf, der ist geborgen.
Priester Daniel Rieder griff die vielen Fragen des Alltags auf: Warum ändern sich Dinge nicht? Warum greift Gott nicht ein? Gott antwortet darauf: Vertraue mir, nimm die Sakramente an und lebe nach meinem Wort. Nichts ist vollkommen, doch Gott kennt die Gläubigen völlig. Die Frage „Wo bist du?“ stellt er nicht für sich, sondern für die Gläubigen, damit diese innerlich vorankommen.
In der Vorbereitung zum Heiligen Abendmahl sprach der Bezirksevangelist davon, dass man keine Angst vor Gott haben muss. Jesus nimmt die Gläubigen an, wie sie sind. Er wurde Mensch, kennt die menschlichen Gefühle und Schwächen und ermöglicht Entwicklung, um zur Herrlichkeit gelangen können.
Im Rahmen des Gottesdienstes wurden auch organisatorische Veränderungen bekanntgegeben. Priester Jan Glatthaar wurde im vergangenen Mai als Vorsteher der Gemeinde Alpirsbach beauftragt. Er und seine Ehefrau wurden daher von ihren Aufgaben als Jugendgruppenleiter und Jugendbetreuerin entlastet. Der Bezirksevangelist dankte beiden für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr großes Herz für die Jugend. Für die Jugendgruppe Dornhan wurde ein neuer Jugendgruppenleiter eingesetzt. Priester Thomas Armbruster übernimmt zusätzlich zu seinem bisherigen Bereich auch die Jugendgruppe Dornhan.
Nach dem Gottesdienst gab es Fingerfood und Raum für Begegnung und Austausch. Am Nachmittag fand eine zusätzliche Veranstaltung statt, die den Interessen der Jugend und zukünftigen Aktivitäten gewidmet war.