Am Sonntag, 14. Juni 2026, fand der Bezirkstag des Kirchenbezirks Dornhan/Villingen-Schwenningen in der Stadthalle Rottweil statt. Dabei kamen erstmals die Gläubigen aller 16 Gemeinden zu einem gemeinsamen Gottesdienst zusammen.
Das Bibelwort aus Nehemia 8,10 „Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“ zog sich dabei wie ein roter Faden durch den Gottesdienst und die Gemeinschaft des Tages. Bezirksvorsteher Jörg Grözinger stellte die Freude, die aus dem Glauben und dem Miteinander erwächst, in den Mittelpunkt seiner Predigt.
Zu Beginn des Gottesdienstes nutzte er die Gelegenheit, allen zu danken, die sich in den Gemeinden und im Bezirk einbringen – den ehrenamtlichen Seelsorgern, den Musikern und den vielen helfenden Händen im Hintergrund. Dabei betonte er, dass jeder Beitrag wertvoll sei. Schon die Anwesenheit im Gottesdienst oder ein gesprochenes Gebet seien ein wichtiger Teil des gemeinsamen Wirkens. Wie ein Körper Hände, Füße und alle Organe benötigt, so brauche auch die Kirche jeden Einzelnen. Gerade diese Vielfalt sei ein großer Reichtum und bereite Freude.
Anschließend nahm der Bezirksvorsteher Bezug auf das von Chor und Orchester vorgetragene Lied, in welchem eine Liedzeile besagt:„Nicht sich irren von dem Ziel.“ Es komme darauf an, ein Ziel zu haben. Im Leben gibt es Situationen, die Sorgen bereiten, in denen man verzagt oder zweifelt. Als Beispiel nannte er den Propheten Elia, der nach großen Glaubenserfahrungen doch mutlos wurde. Doch das Verzagtsein helfe nicht weiter. Entscheidend sei der Blick auf das Gute, das Gott schenkt: die Gottesdienste und die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander. Die 16 Gemeinden mögen unterschiedlich sein, doch sie verbindet derselbe Glaube. Überall gibt es Gläubige, die sich engagieren, Freude ausstrahlen und ihr Leben auf Gott ausrichten. Am Beispiel eines Blattes mit einem kleinen schwarzen Punkt verdeutlichte er, wie schnell der Blick nur auf die Schwierigkeiten gerichtet wird. Man richtet seinen Fokus auf den schwarzen Punkt, übersieht aber die große weiße Fläche. Auch im Bezug auf den Glauben gilt es, den Blick auf die vielen Segnungen und Möglichkeiten zu richten.
Weiter führte er aus, dass die Gläubigen – ähnlich wie die Israeliten zur Zeit Nehemias – einen Auftrag haben. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft wurde Jerusalem wieder aufgebaut. Auch heute sind die Gläubigen aufgerufen, am Werk Gottes mitzubauen. Jeder Christ trägt seinen Teil dazu bei. Das gemeinsame Ziel bleibt die ewige Gemeinschaft mit Gott.
Priester Thomas Peter erläuterte in seinem Predigtbeitrag, dass Freude enstehen kann, wenn man sich mit Gott und seinen Verheißungen beschäftigt. Wer sich bewusst macht, was Gott mit ihm vorhat und welche Zukunft er schenkt, findet neue Kraft. Er ermutigte dazu, sich immer wieder mit den Glaubensartikeln auseinanderzusetzen und niemals aufzuhören zu glauben, zu lieben und zu hoffen. Zur Veranschaulichung erzählte er eine Geschichte vom Bau des Kölner Doms. Während der eine sagte „Ich trage Steine“ und ein anderer „Ich säge Holz“, erkannte ein Dritter den größeren Zusammenhang und sagte: „Ich baue am Kölner Dom.“ So sollten auch Christen ihren Dienst verstehen, nämlich zu bauen am Heil des Nächsten und am Werk Gottes.
Priester Thomas Traub erinnerte daran, dass alle Gottesdienstbesucher mit unterschiedlichen Erwartungen gekommen seien. Eine Hoffnung verbinde jedoch alle: die Wiederkunft Jesu Christi. Anhand der Geschichte Nehemias zeigte er auf, wie dieser nach der Zerstörung Jerusalems tagelang trauerte, fastete und zu Gott betete. Als Mundschenk des persischen Königs Artaxerxes bat er darum, nach Jerusalem zurückkehren zu dürfen, um beim Wiederaufbau der zerstörten Stadtmauer mitzuhelfen. Trotz vieler Widerstände stärkte Nehemia das Volk und ermutigte es, auf Gott zu vertrauen. Als das Gesetz Gottes vorgelesen wurde und viele Menschen über ihre Fehler traurig wurden, sprach Nehemia die Worte: „ Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Nicht die Entmutigung sollte das Volk prägen, sondern die Freude über Gottes Gnade und Hilfe.
Zum Ende des Gottesdienstes fasste der Bezirksvorsteher die Botschaft des Gottesdienstes zusammen: „Sieh nicht nur auf die Schwierigkeiten. Sieh auf die Möglichkeiten!“
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch Chor, Orchester, Klavier und Orgel feierlich umrahmt.
Parallel zum Gottesdienst fand für die Kinder ein Kindergottesdienst in der angrenzenden Stallhalle statt. Dieser wurde von Gemeindevorsteher Steffen Schanz aus Rottweil geleitet.
Nach dem Gottesdienst wurden die 16 Gemeinden des Bezirks vorgestellt. Die Geschwister der jeweiligen Gemeinden erhoben sich dabei von ihren Plätzen. So wurde eindrucksvoll sichtbar, wie viele Menschen sich im gesamten Bezirk im Glauben verbunden wissen. Dieser Moment unterstrich die Vielfalt und zugleich die Einheit der bezirksweiten Gemeinschaft.
Im Anschluss bestand die Möglichkeit, das Orchester näher kennenzulernen. Während die Musiker weitere Stücke spielten, konnten die Instrumente aus nächster Nähe betrachtet werden. Besonders die Kinder nutzten diese Gelegenheit mit großer Begeisterung und zeigten reges Interesse an den verschiedenen Instrumenten.
Danach waren alle zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Der Nachmittag bot zahlreiche Möglichkeiten zur Begegnung und zum gemeinsamen Erleben. Unter anderem gab es eine Cocktailbar und verschiedene Spielangebote. Die Kinder konnten unter fachkundiger Anleitung eigene Orgelpfeifen bauen. Darüber hinaus wurde eine Stadtführung durch die historische Innenstadt von Rottweil angeboten. Bei Kaffee und Kuchen sowie vielen persönlichen Gesprächen blieb genügend Zeit für Gemeinschaft und Austausch.
Die gemeinsame Zeit zeigte einmal mehr die Verbundenheit innerhalb des Bezirks und machte diesen besonderen Tag für Jung und Alt zu einem wertvollen Erlebnis. So wurde die Botschaft des Gottesdienstes sogleich sichtbar: Die Freude am Herrn schenkt Kraft, verbindet Menschen und stärkt die Gemeinschaft.