Vom 12. bis 19. März 2012 unternahm Bischof Urs Heiniger eine weitere Seminarreise in das Land Ghana.
Beginn war in Accra-Osu, wo mit fünf örtlichen Bischöfen zunächst die künftigen Ziele der Seminararbeit besprochen wurden. Im Mittelpunkt stand dann das Erarbeiten einer Unterrichtslektion zu dem Lehrthema "Jesus Christus – wahrer Mensch und wahrer Gott". Nach einer interessanten Diskussion erarbeiteten die Bischöfe zu dem Thema in Gruppenarbeit eine Zusammenfassung. Anschließend diente diese Ausarbeitung der jeweils anderen Gruppe dazu, eine Anleitung für den Konfirmanden-Unterricht und für eine Amtsträger-Unterweisung zu erstellen.Am nächsten Tag besuchte Bischof Heiniger ein Seminar in Aveyime – eine Gemeinde im Apostelbereich Volta South. Im Kirchengebäude, das sich noch im Bau befindet, hatten sich 10 Brüder und 5 Schwestern zu einem Basis-Seminar versammelt. Dabei konnte sich der Bischof überzeugen, dass die vorgesehenen Gruppenarbeiten den Teilnehmern wesentlich hilft, den Lehrinhalt lebendig zu erarbeiten. Nicht ganz einfach ist die Sprachenvielfalt. So werden die Bibelstellen oft in mehreren Übersetzungen vorgelesen und dann beginnt eine rege Diskussion, über den richtigen Sinn.Am Abend erlebte Bischof Heiniger zusammen mit Bischof Ampadu noch den Gottesdienst in La-Accra East. Die Gemeinde ist zweisprachig – Twi und Ga. So muss die Predigt immer übersetzt werden. Das Textwort wurde aus drei Bibeln (lokale Sprachen und Englisch) vorgelesen. Und doch war es sehr eindrücklich, in welcher Harmonie und Einssein die ganze Gemeinde (61 Teilnehmer), unter ihnen viele Kinder, den Gottesdienst erlebten, berichtet der Bischof.Am Donnerstag stand die Besprechung in Kumasi mit den Bischöfen, welche im nördlichen Teil des Landes arbeiten auf dem Programm. In der Kirche in Kumasi hatten sich sieben Bischöfe versammelt. Es wurden die gleichen Inhalte, wie zwei Tage zuvor in Accra, miteinander besprochen. Interessant war dabei, nicht nur in der Theorie eine Lehreinheit zu der Zweinaturen-Lehre Jesus zu erstellen, sondern diese Anleitung dann auch in der Praxis als Gruppenarbeit auszutesten. Neben dem Vertiefen des Lehrinhaltes konnten so Schwachstellen in der Beschreibung und Präsentation erkannt werden. Nach dieser Besprechung konnte Bischof Heiniger noch den im Februar 2012 neu ordinierten Bischof Boar in seine Aufgaben der Führung und Leitung des Seminarwesens im Apostelbereich Bolgatanga einführen.Eine längere Fahrt führte am darauf folgenden Tag Bischof Ampadu und Bischof Heinger von Accra dem Meer entlang nach Cape Coast und von dort in das Landesinnere nach Asin Fossu. Hier waren 32 Brüder zum Seminar "Basic 3" zusammen gekommen. "Erneut konnte ich beobachten, wie die Seminartrainer mit den Seminarunterlagen arbeiteten", schreibt Bischof Heiniger über diesen Tag in seinem Bericht. "Damit wir hier in Deutschland nicht nur theoretisch wertvolle Seminarunterlagen erstellen, sondern diese auch in der Praxis richtig eingesetzt werden können, sind solche Besuche notwendig." Nach Asin Fossu war ebenfalls Bischof Ampofo gekommen. Auch er wurde im Februar zum Bischof ordiniert und nun konnte Bischof Heiniger mit ihm seine bevorstehende Aufgabe der Seminarführung und –organisation im Apostelbereich Takoradi besprechen.Am Samstag gab es in Accra noch einmal das Grundlagen-Seminar "Basic 3". Hier in Accra konnte man sehr deutlich den großen Unterschied zwischen Stadt- und Landgemeinden feststellen. Die Brüder sind in aller Regel gut ausgebildet und wollen jede Einzelheit recht ausgiebig diskutieren. Sie sind dabei auch sehr emotional und so kann es recht laut zugehen, so Bischof Heiniger. Im nächsten Augenblick können sie jedoch auch wieder miteinander konzentriert arbeiten. Die große Herausforderung sei es, Seminarmaterial zur Verfügung zu stellen, mit welchem alle in gleicher Weise die Inhalte erarbeiten können.Zum Abschluss der Reise konnte der Bischof den Apostel Kotei Afutu nach Swedru begleiten. Im Gottesdienst mit über 200 Teilnehmern verwendete der Apostel als Textwort Römer 6, aus Vers 12. Schon vor dem Gottesdienst besuchte er die Kinder in der Sonntagsschule. Diese fand neben der Kirche im Freien statt. 19 Kinder in allen Altersstufen nahmen konzentriert daran teil. Auch im Gottesdienst danach saßen die Kinder alle still und es war keine Unruhe festzustellen. Faszinierend sei immer wieder der Kinderreichtum der Gemeinden, berichtet der Bischof. Beeindruckend sei ebenfalls, mit welcher Freude und Begeisterung der Chor singe. Schon vor dem Gottesdienst hatten sie ein Chorprobe. Alle Lieder singen die Chormitglieder auswendig und ohne Orgelbegleitung. Eine Schwester hat die Aufgabe, jeweils den ersten Takt vorzusingen und dann setzt die ganze Gemeinde ein.In der Nacht zum Montag begann für Bischof Heiniger wieder die Rückreise mit Flug via Amsterdam nach Zürich.