Noch einmal in diesem Jahr besuchte Bischof Urs Heiniger vom 4. bis 11. November 2013 das westafrikanische Land Ghana, um die lokalen Amtsträger in der Seminararbeit zu unterstützen.
Am Dienstag stand eine intensive Seminarbesprechung mit Bischof Ampadu und dem zukünftigen Verwaltungsleiter, Hirte Fenyi auf dem Programm. Auch in der Führung und Leitung der Seminare wird zukünftig angestrebt, in Ghana eine Verselbständigung zu erreichen. Bischof Ampadu wird dies Schritt für Schritt übernehmen. Es gestaltet sich allerdings nicht so einfach, in diesem Land mit unterschiedlichsten Verhältnissen über 8000 Amtsträger regelmäßig in den Seminaren zu schulen und zu unterrichten.Zu einem besonderen Vertiefungsseminar kamen am Mittwoch alle zwölf Bischöfe des Landes in der Kirchenverwaltung in Accra-Osu zusammen. Gemeinsam wurden die Grundvoraussetzungen für eine gute Seminararbeit betrachtet, wobei ein Schwerpunkt dabei auch auf der Teamarbeit und Teamfähigkeit liegt. So bearbeiteten die Bischöfe in Gruppenarbeiten Themen wie das Entdecken der Gaben und Fähigkeiten in der Gruppe und das Festlegen von Gruppenregeln. In drei verschiedenen Gruppen versuchten sie, jeweils eine Anleitung für den Konfirmandenunterricht, eine Jugendstunde sowie eine Ämterversammlung zu erstellen. Anschließend wurden die Anleitungen ausgetauscht und damit eine Unterrichtseinheit praxisnah gestaltet. Am Abend erlebte Bischof Heiniger einen besonderen Gottesdienst gemeinsam mit Bischof Ampadu in Teshi. "Obwohl der Gottesdienst in Twi und Gha gehalten wurde, erlebte ich ein Stückchen Heimat in einer mir vollkommen unbekannten Umgebung" schreibt Bischof Heiniger in seinem Bericht.Am Donnerstag, dem letzten Seminartag für die Bischöfe wurde zu Beginn die Jugendarbeit in den Apostelbereichen besprochen. In den Gemeinden sind rund ein Drittel Jugendliche. Diesen soll in der Zukunft eine einheitlich strukturierte Jugendarbeit angeboten werden. Aufgrund der recht unterschiedlichen Verhältnisse von Stadt- und Landgemeinden sei das schon eine echte Herausforderung und gab viel Diskussionsstoff, berichtet Bischof Heiniger. Abschließend wurde die Seminarplanung für das nächste Jahr mit jedem Bischof einzeln durchgesprochen.Am Freitag besuchten die Bischöfe Heiniger und Ampadu gemeinsam ein lokales Seminar in Amede. Dort wurden 20 Amtsträger in einem Grundlagenseminar geschult. Zu Beginn dieses Jahres unterrichtete Bischof Heiniger die ghanaischen Bischöfe darin und diese schulten anschließend ihre Seminar-Trainer. Nun konnte vor Ort festgestellt werden, wie die Seminar-Trainer mit den Lernunterlagen arbeiten konnten und damit alle Amtsträger in ihrem Amtsauftrag unterrichteten. Diese Besuche in lokalen Seminaren sind erforderlich, damit das Seminarmaterial weiter optimiert und den Bedürfnissen entsprechend eingesetzt werden kann, schreibt der Bischof.Auch am Samstag folgte ein ähnlicher Besuch eines weiteren lokalen Seminars in Swedru. Ein wesentliches Thema in diesem Seminar für Amtsträger ist auch die Gottesdienstvorbereitung und die Organisation der Seelsorge in den Gemeinden.Als Höhepunkt seiner Reise erlebte Bischof Heiniger am Sonntag den Gottesdienst in der Gemeinde Ashaiman. Hier wohnen hauptsächlich "Gastarbeiter" aus der Volta Region, somit ist es eine eher ärmliche Gegend. Die über 150 Gemeindemitglieder versammeln sich jeden Sonntag und Mittwoch in einer Schule zum Gottesdienst. Vor dem Gottesdienst besuchte der Bischof die Sonntagsschule und den Konfirmandenunterricht. Die Freude bei den Mitgliedern war groß, denn zum ersten Mal erlebten sie mit einem weißen Amtsträger aus Deutschland gemeinsam den Gottesdienst in ihrer Gemeinde. Der Gottesdienst wurde in Twi gehalten und Ewe übersetzt. Abschließend schreibt Bischof Heiniger: "Auch wenn wir manche Verständigungsprobleme hatten, war es doch ein tiefes und herzliches, gemeinsames Gottesdiensterleben."