Bischof Urs Heiniger besuchte vom 10. bis 18. November 2014 ein weiteres Mal zur Durchführung von Seminaren das westafrikanische Land Ghana.
Nachfolgend ein Auszug aus seinem Reisebericht: Montag, 10. November: Die Reise nach Ghana führte mich über Amsterdam. Hier traf ich Bezirksevangelist Heim, der zukünftig die Verwaltung in Accra mitbetreuen wird. Zusammen stiegen wir gegen 21:00 Uhr in Accra aus dem Flugzeug und konnten auch gleich die tropische Temperatur genießen. Aufgrund der Ebola-Epidemie kam bei der Einreise noch eine zusätzliche Fieberkontrolle hinzu. So konnten wir auch gleich zu Beginn Geduld üben. Dienstag, 11. November: Zusammen mit den Bischöfen Ampadu und Asare besprach ich die Seminarkoordination in Ghana. Dazu gehört die Seminarplanung und Seminarabrechnung ebenso, wie die Betreuung und Schulung der Seminar-Trainer. In einem Land, in dem zwei gegensätzliche Welten aufeinander treffen, stellt das eine besondere Herausforderung dar: In den Großstädten wird – trotz ständiger Stromausfälle – mit modernster Technik, wie zum Beispiel Smartphones, kommuniziert. Fahren wir auf das Land und in den Norden, ist es oft nicht möglich, die Brüder telefonisch zu erreichen. Und doch gilt es, möglichst alle Amtsträger in gleicher Weise zu schulen. Mittwoch, 12. November: Zur Seminarbesprechung sind zum ersten Mal auch alle Apostel und Bischöfe aus Togo und Benin nach Accra gekommen. Zusammen mit den 12 Bischöfen aus Ghana erlebten wir eine intensive Seminarschulung. Dabei galt es den richtigen, zukünftigen Weg zur nachhaltigen Schulung aller Amtsträger und Lehrkräfte in Westafrika zu finden. Es zeigt sich, dass mancher gut gemeinter "europäischer" Hinweis so nicht umgesetzt werden kann. Dafür gibt es so manche überraschende Vorschläge und Möglichkeiten.Am Abend erlebten alle anwesenden Apostel und Bischöfe einen schönen und das Einssein stärkenden Gottesdienst in Accra-Osu mit dem Apostel Afutu Kotei. Donnerstag, 13. November: Ein intensives Einführungsseminar in den Katechismus stand heute auf dem Programm. In verschiedenen Gruppenarbeiten übten die Apostel und Bischöfe den richtigen Einsatz und Umgang mit diesem Grundlagenwerk. So hatten sie zum Beispiel die Aufgabe, in Rollenspielen kritische Glaubens-Fragen der Jugend oder von Gästen mit dem Katechismus zu beantworten. Hier zeigte sich die besondere Gabe unserer afrikanischen Brüder. Trotz Sprachbarriere – die Einführung und die Rollenspiele wurden gemischt in Englisch und Französisch gehalten – hatten die Apostel und Bischöfe keinerlei Verständigungs- oder Kontaktschwierigkeiten. – Und doch atmete ich am Abend schon auf, diese besondere Herausforderung hinter mir zu haben... Freitag, 14. November: In Deutschland erarbeiten wir über das ganze Jahr Seminarunterlagen für unsere Brüder in Westafrika. Wir können jedoch nur direkt vor Ort prüfen, ob mit dem ausgearbeiteten Seminarmaterial auch richtig gearbeitet werden kann und die gewünschten Ergebnisse erreicht werden. Aus diesem Grund besuche ich auch immer wieder lokale Seminare im Land. Damit verbunden sind oft weite und beschwerliche Anfahrtswege. So fuhren wir von Accra in den Apostelbereich Volta South. Auf dem Weg dahin erlebte ich tiefes Afrika: Die Straße wurde mehrmals von einer Gruppe von Affen blockiert. Kurz zuvor war wohl einer von ihnen unter ein Auto gekommen. Nun zeigten sie sich allen nähernden Fahrzeugen sehr aggressiv. Samstag, 15. November: Mit den beiden Hauptorganisatoren in der Seminararbeit, Bischof Ampadu und Bischof Asare führte ich heute noch eine ausführliche Feedback-Runde durch. Wir hielten gemeinsam unsere Eindrücke aus den intensiven Seminartagen fest. Dabei besprachen wir, welche positiven und negativen Erfahrungen wir gemacht haben. Daraus konnten wir die nächsten Schritte und Aufgaben miteinander ableiten und besprechen. Sonntag, 16. November: Mit Bischof Asare fuhr ich am frühen Morgen aus Accra nach Fiakonya. Der Ort liegt mitten auf dem Land und ist zuletzt nur noch über eine Schotterstraße mit großen Schlaglöchern zu erreichen. Wir kamen jedoch rechtzeitig an und so konnte ich vor dem Gottesdienst mit den zahlreichen Kindern noch Sonntagsschule und Konfirmandenunterricht erleben.Bischof Asare führte den Gottesdienst durch mit dem Bibelwort aus 1. Johannes 4, Vers 16. Auf der Rückfahrt von Fiakonya erhielt ich die Nachricht, dass der vorgesehene abendliche Heimflug nicht klappt und ich so einen Tag länger in Ghana bleiben werde. Montag, 17. November: Den "geschenkten" zusätzlichen Ghana-Tag benutzte ich, um in der Verwaltung noch einmal die Seminarabläufe von der Planung bis zur Abrechnung durchzusprechen. Daneben begann ich, neue Schulungsunterlagen für die Sonntagsschullehrer auszuarbeiten. Am Abend erlebte ich den tägliche Verkehrsstau auf der Fahrt zum Flughafen. Und doch saß ich spätabends sehr dankbar im Flugzeug Richtung Europa.