Zum ersten Mal in diesem Jahr gab es einen gemeinsamen Gottesdienst für die Jugendlichen der Bezirke Albstadt, Tübingen, Tuttlingen und Villingen-Schwenningen, die nach einem neuen Konzept zukünftig miteinander kooperieren werden.
Im zehn Bezirke umfassenden Apostelbereich Freiburg-Tübingen sind drei solcher bezirksübergreifenden "Kerngruppen" gebildet worden.Zum Gottesdienst gekommen waren auch die Leiter der Bezirke und ihre Vertreter, viele Gemeindevorsteher und in der Jugendarbeit Tätige. Ein aus jungen SängerInnen aller vier Bezirke bestehender großer Chor, der vor dem Gottesdienst noch gemeinsam geprobt hatte, sorgte neben dem Gemeindegesang dafür, dass die Musik nicht zu kurz kam. "Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist." (Jer 17, 7). So lautete das zu Beginn des Gottesdienstes verlesene Bibelwort. Der Apostel ging anfangs auf das vom Chor gesungene Lied "Wird das nicht Freude sein,…" (Jugendliederbuch der Neuapostolischen Kirche Nr. 77) ein: Schon heute dürfen wir uns freuen, denn wir sind auf einem Weg mit Zukunftsperspektive. Gemeinsam erwarten wir die Wiederkunft Christi. Freude – darüber, dass wir uns aufeinander verlassen können, viele mit mir empfinden, wir einander tragen und füreinander beten. Unabhängig von dem, was gerade um mich her geschieht, sagen können: Ich will mich freuen in Christus.Auf das zu Beginn verlesene Wort des Propheten eingehend hieß es, dieses sei einem Kapitel entnommen, das beginnt (Jer 17, 5), "So spricht der Herr:…", und göttliche Grundregeln und Ratschläge enthält, die völlig unabhängig von der jeweiligen Lebenslage gelten. Die Orientierung ist immer dieselbe. Gesegnet ist, wer sich auf Gott verlässt. Der sich, resultierend aus göttlicher Souveränität, ganz unterschiedlich zeigen kann. Der ein Gebet mal sofort erhört und eingreift. Oder scheinbar nicht reagiert. Wie es tatsächlich war, vermag der Mensch dann oft nur in der Rückschau zu erkennen.Diesen Weg der Orientierung zu Gott hin gilt es, gemeinsam zu gestalten. M. Schnaufer bezog sich auf den Kirchenpräsidenten Neuapostolische Kirche International und Stammapostel Jean-Luc Schneider. Speziell an die Jugend gerichtet hatte der betont: Die Kirche wird so sein, wie ihr sie gestaltet, miteinander umgeht, mit Glauben und Leben erfüllt und Gemeinschaft schafft. Eine Gemeinschaft, die miteinander auf die Wiederkunft Christi wartet. Keine, in der jeder seine eigenen Vorstellungen verwirklichen möchte. Das Evangelium ist nicht diskutabel. Die Regeln in der Kirche mögen sich ändern. Bei den ersten Christen gab es z. B. nur gemeinsames Eigentum, mit dem das Leben in der Gemeinschaft verwirklicht wurde. So haben sich im Lauf der Geschichte der Kirche entsprechend einer sich ändernden Gesellschaft auch Regeln verändert. Dies gemeinsam zu gestalten, da ist jeder gefragt. Immer aber unter dem Aspekt des Grundvertrauens in Gott. Ihn fragen, lieber Gott, wie möchtest du es haben. Jeder trägt Verantwortung in der und für die eigene Gemeinde. Daher – miteinander reden und nicht auseinander laufen. Energie dafür einsetzen, etwas weiter zu entwickeln. So, dass alle ihre Freude haben und sich in ihrer Kirche wiederfinden können.Der Apostel führte Beispiele aus der Heiligen Schrift an, dafür, dass es Menschen gab, die nie von ihrer Orientierung zu Gott hin abgewichen sind: Daniel, der unter keinen Umständen, bis ins hohe Alter hinein, bereit war, irgendetwas zu tun, was seinem Glauben nicht entsprochen hätte. Auch in der Löwengrube nicht. Unser Weg zum Segen kann nur in der Liebe zu Gott und mit der Einhaltung seiner Gebote gelingen. Ehrlich bleiben – keine Kompromisse eingehen, um vermeintliche Chancen wahrnehmen zu können. Ehrlich bleiben – nicht versuchen, Ziele mit "schrägen" Methoden erreichen zu wollen.Selbst der Gestaltende bleiben, sich nicht einfach so mittreiben lassen. Das schließt irdische Erfolge nicht aus. Aber zuerst nach dem Reich Gottes trachten (Mt 6,33). Er gibt das, was der Mensch für sein natürliches Leben braucht. Der himmlische Vater bekennt sich zu seinen Kindern. "Es geht um das ewige Leben, um die ewige Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn."Ein von Freiburg nach Konstanz verzogener Priester schilderte eigene Erfahrungen. Mit dem Gottvertrauen hatte er es in Jugendzeiten nicht so unbedingt. Er war ein zweifelnder Mensch und setzte erst mal auf sich selbst: Abwägend mit einer "Pro-und-Contra-Liste", um nur ja nichts falsch zu machen. Und plötzlich, mit neunzehn Jahren, alle Pläne dahin. Und jetzt? Wenn eine Tür zugeht, geht ein Tor auf, so sein Vater. Ach was…und dann ergab sich ein Praktikum, an das sich eine erfolgreiche Ausbildung und berufliche Tätigkeit anschlossen…Fazit: Lass dein Herz entscheiden und setz nicht auf deinen Verstand, die Checkliste. Ein kleiner Junge hatte nicht die Geduld, abzuwarten, bis ein Schmetterling aus dem von ihm beobachteten Kokon schlüpfte. Er half mit dem Taschenmesser der "Entwicklung" nach und musste erleben, dass das, was er in der Hülle vorfand, nicht lebensfähig war. Der Vater wusste, warum: Das Tier muss eigene Kräfte entwickeln, sich selbst durch den Kokon kämpfen, nur dann hat es ohne ihn draußen eine Überlebenschance. Darum, gib nicht auf, kämpfe um den Segen. Glaub das mit dem Herzen, auch wenn der Verstand im Weg stehen könnte.Der Jugendleiter des Bezirks Albstadt wusste auch von eigenen diesbezüglichen Erfahrungen berichten. Kein überragender Notenschnitt im Abiturzeugnis und trotzdem den erstrebten Studienplatz bekommen. Gott die Entscheidung überlassen, er wird die richtige treffen. Und man selbst kann seinen Weg mit voller Kraft gehen. Gott in seiner großen Liebe wird uns dann tragen, wenn wir es am nötigsten haben. "Mittendrin statt nur dabei" war einmal vor mehr als zehn Jahren das Jahresthema im Bezirk Albstadt. Es gibt so Vieles, bei dem wir uns einbringen können. Jeder Einzelne hat eine besondere Gabe. Im Gebet, im Gespräch mit anderen. Letzteres besonders bei den heute gegebenen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten: "Mittendrin, statt nur dabei zu sein!"Vor der Feier des heiligen Abendmahls ging M. Schnaufer auf Grundsätzliches ein. Haben wir die richtige Einstellung und es geht trotzdem mal etwas daneben, dann ist es wahrscheinlich, dass der Lapsus sich nicht wiederholt. Aber wenn die Einstellung falsch ist…Will ich mein Leben am Willen Gottes ausrichten, dann wird er, weil er uns liebt, auch Gnade schenken. Dann muss man auch Bruder und Schwester lieben und vergeben können. Und dankbar dafür sein, dass Jesus mit seinem Leben für unsere Schuld bezahlt hat. "Lasst uns gemeinsam die kommenden Augenblicke zu einem Fest gestalten!"Nach dem Gottesdienst gab es einen Ausblick auf die Jahresplanung im Apostelbereich Freiburg/Tübingen, so weit es um die Aktivitäten der Jugendlichen geht. Darüber wird zu gegebener Zeit berichtet werden. Mangelnde Gastfreundschaft ist den Schwenningern nicht vorzuwerfen. Ausreichende Verpflegung nach dem Gottesdienst war liebevoll bereit gestellt worden. Die reichte auf jeden Fall auch für die, die einen sehr weiten Heimweg und es daher etwas weiter bis zur nächsten Mahlzeit hatten. Herzlichen Dank dafür.